Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ein Raku Brand vor Halloween

Halloween ist ja nicht so meins – Und dann noch albern verkleiden?? Nee, dat is nüscht für den ollen jebornen Berlina…

Aber das Schicksal wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Diesmal sieht diese so aus:
Raku - Teelicht

Alles begann damit, dass wir vor Wochen bei unseren Freunden auf dem Mecklenburger Dorf mal wieder im neunen Haus geholfen haben. Und da hat es sich ergeben, dass wir den nächsten Termin mit einem tollen Happening zusammen gelegt haben – einem Raku-Brand!
Denn die Nachbarn – ebenfalls Kommilitonen – haben einen Brennofen und alle Möglichkeiten:

Rakuofen in Garvensdorf bei den Bergmanns

Raku ist eine japanische Keramiktechnik. Schon im Studium waren wir begeistert dieser Mischung aus Keramik, Feuerzauber und überraschenden Farbeffekten verfallen.
Einige meiner alten Stücke sind die Tage schon in Umzugskartons gelandet.
Daher habe ich mich zurück gehalten und nur vier Stücke gemacht.

Letzten Freitag wurden diese glasiert. Am Samstag wurde dann der Ofen eingeheizt!
Drei Stunden muß er mit Holz befeuert werden, bis er heiß genug ist. Derweilen trocknen und wärmen die Stücke vor.

glasierte Raku-Keramik

Und dort seht ihr auch des Wunsch meines Herzensmenschen – Mein Rocker hat sich mal wieder einen Totenkopf gewünscht! Was auch sonst?
Im Ofen bleiben die Stücke ca eine gute halbe Stunde, bis die Glasur bei über 1000°C schmilzt.

Der Rakuofen wird bestückt

Derweilen werden die Töpfe vorbereitet, in die die glühendheißen Stücke direkt vom Ofen in Sägespäne, Zeitungspapier oder anderes Brennbare „getaucht“ werden. Dort erst entfaltet sich der Zauber richtig, der die Glasur so traumhaft verwandelt.


Durch den entstehenden Rauch und den fehlenden Sauerstoff reduzieren die Metalle in der Glasur. Und durch die feinen Risse in dem Glas färbt sich der darunterliegende Ton dunkel ein.

Inzwischen scheint der Mond auf den Rakuofen und die Töpfe - erhöhte Dramatik !

Nach ca. 10 Bränden ist  spät in der Nacht nicht nur der Ton geräuchert – auch wir sind so herrlich geruchsintensiv, wie frischer Katenschinken.

immer wieder flammt die Sägespäne auf, wenn ein neues Stück in den Topf kommt.

Es ist aufregend und spannend, denn der Effekt lässt sich nicht zwingen. Und erst nachdem die Stücke mühselig mit Scheuerpulver vom Ruß befreit werden sieht man den Erfolg.

Mein Man hatte Glück – sein neues Teelicht ist perfekt!

Ein Teelicht für die neue Wohnung - der Raku-Totenkopf darf auf den Kamin!

Danke an Thilo, dem Brennmeister und Katrin, der Zirkuswagendompteurin!! Es war ein schönes Wochenende! Wer die Beiden einmal selbst besuchen will, kann es hier tun!!!
Mehr Bilder vom Raku haben sie hier versteckt. 

EDIT: und weil dir Zeitverschiebung bei Nic noch nachwirkt, hänge ich den Link für beauty is where you find it heute einfach mal dran.

Kommentare:

  1. Wow, sehr interessant und ein starkes Ergebnis!

    Schönes Wochenende, macht es euch bei dem gruseligen Wetter gemütlich - LG Hella

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  2. Toll dokumentiert...mit einem klasse Ergebnis!
    Viele Grüße
    Daniela

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  3. Heftig! Der ist mir fast schon zu gruselig!
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. Danke für die Erklärung von Rakubrand - schon wieder was gelernt.
    Der Totenkopf wäre mir jedoch zu speziell für die Wohnung - bei uns wohnt aber kein Rocker.
    herzliche Grüße
    Judika

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