Donnerstag, 3. Mai 2012

Mein liebstes Werkzeug - ein Stück ich

"Your most important tools aren't in a box."

In einer amerikanischen Schmuckzeitschrift gibt es eine Reklame, die diesen wundervollen Satz prägt.


Goldschmiede sind ja kleine Hamster, wenn es um Werkzeuge geht. Dabei braucht man gar nicht so viele.
Aber das Schmuck-schmiedende Leben ist viel einfacher, bunter und perfekter, wenn man für Alles und jeden Handgriff ein eigenes Werkzeug hat.

Völlig verständlich war es mir da auch, als Andes Crus im April in ihrer Blog-Gruppen-Thema ihre Freunde fragte, "Was ist euer liebstes Werkzeug?" Aber dann konnte sie sich nicht entscheiden, und es wurden 20 Werkzeuge, ohne die sie ihr Leben nicht vorstellen kann, 9 davon Goldschmiedewerkzeuge.

Aber so viele schöne und heiß-geliebte Werkzeuge wir auch anhäufen, ohne unsere Hände sind diese Alle nutz- und sinnlos!

Am Anfang meiner Ausbildung war ich gelinde gesagt entsetzt, wie sehr meine wirklich sehr hübschen Teenager-Hände sich mit jedem Goldschmiede-Monat veränderten.
Hände leiden unter diesem Job.
Da wird schon mal in den Zeigefinger gesägt, auf den dicken Daumen gehauen, oder der Bohrer rutsch ab und landet dort, wo wie jetzt nicht drüber nachdenken wollen.
Beim Löten kommen dann ein paar mal feine Brandblasen dazu, bis man es endlich begriffen hat, immer eine Pinzette zu nehmen
Vom festen Zugreifen werden die Gelenke dicker und nach einem langen Goldschmiedetag sind auch die letzten Poren dicht mit Polierstaub und -paste voll gesaugt. Etwas, was kaum abzuwaschen ist.
Und lange Fingernägel? Nagellack? Pft!

Aber dann habe ich eine Vorstellung gefunden, die mich getröstet hat.
Ich dachte mir, daß alle Schönheit in meinen Schmuck fließt. Das ist tröstlich.

Und nach über zwanzig Jahren, fallen die neusten Blessuren auch kaum mehr auf.

Bei der wundervollen Seite von Luzia Pimpinella gibt jeden Donnerstag ein Thema zum Fotografieren.
"Beauty is where YouTube find it"

Der Monat steht ganz im Sinne eines narzisstischen Selbstblick. Diese Woche das Thema "ein Stück ich"

Kommentare:

  1. Hmh...dafür sehen deine Hände aber sehr gepflegt aus! Hab auch eine eingestellt, ich finde...meine sieht doch arg "gebraucht" aus...

    LG vom KleinenLieschen

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  2. Hallo, Lieschen!
    Vielleicht muß ich zur Verteidigung sagen, daß ich ein Creme-Fetischist bin! Also für muß es keine Eselsmilch sein, mir reicht eine Badewanne voll Bodylotion!

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    1. Für meine Handfotos musste ich auch erst eine Runde Extra-Pflege einlegen :-). Aber Hände denen man ansieht, dass sie auch benutzt werden sind doch viel schöner als solche bei denen man sich wegen der langen künstlichen Fingernägel fragt, wie man sich damit die Jeans zuknöpfen soll. Von allem anderen mal ganz zu schweigen.

      Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut. Vor allem darüber, dass du die Helix pomatia besucht hast. Diese Seite schaue ich wirklich schon seit ein paar Jahren immer mal wieder an. Sie ist super informativ. Aber ich mag vor allem die beiden Inhaber, die mit so viel Herzblut für ihre Schnecken leben.

      Liebe Grüße von Kirsitn

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    2. Hi!
      da ich aus dem sandigen Berlin komme, kannte ich bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr eingentlich nur Häuschen-Schnecken. Natürlich da auch fast nur die kleinen. Aber diese in Massen unter unseren hängenden Staudenkissen an unsrer Terasse. Als Kind habe ich sie auch angesehen und gesammelt und krabbeln lassen. Damals hat man als Kind noch stundenlang mit einer Decke im Gras und Garten gelegen und war glücklich. ;-)
      Einmal hab ich versucht eine Weinbergschnecke von anderen Karré überzusiedeln. Aber sie war am nächsten Tag weg.... Mochte wohl die Stauden nicht... Muss also noch mal auf die Seite zur Nahrungsecke... ;-)

      Erst in Bayern hab ich dann ein Nack-Schnecken-Feind-Bild entwickelt. Aber auch nur, weil die sich nicht an die Regel 50/50 halten können....
      Und wer meinen Meter-hohen Estragon in einer Nacht auf isst, ist nicht mein Gast!
      Naja, jetzt bin ich wieder Gartenlos. Schade.

      Liebe Grüße
      Cynthia

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  3. schöne worte udn ja die hände eines goldschmieds du sagst es . schöner blog ich lese gerne hier. alles liebe martina

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