Donnerstag, 19. April 2012

Bettelarmband, Steinreich und Charms

Bei der wundervollen Seite von Luzia Pimpinella gibt jeden Donnerstag ein Thema zum Fotografieren.
"Beauty is where you find it"

Diese Woche "Souvenir"


Ich gehöre zu der Gattung Mensch, die die Hosentaschen voller Steine, Muscheln, Stöckchen, geschliffenen Glasscherben haben. Aber auch urige Kronkorken, leicht angerostet, oder ein verlorenes und dann niedergetrampeltes Ringlein befindet sich in meinen Sammlungen. Wunderbare Dinge, die mich an Orte und Momente erinnern. Und die ein Format - Hosentasche (!) - haben, der das Anhäufen zu legitimierten scheint.
Völlig ungerührt gehe ich dann mit meinen Schätzen an Souvenir-Ständen mit - in noch ferneren Ländern gefertigten "Tinnef" vorbei.

Das muß ich von meiner Mutter haben, die immer in den Sommerferien behauptet, wir würden nicht abreisen, wenn sie nicht vorher einen versteinerten Seeigel gefunden hätte. Leider hat sie jedes Jahr einen gefunden... Den schönsten habe ich noch immer.

Anders sind Werke von einheimischen Kunsthandwerkern. Hier verschlinge ich die neuen Formen und Ideen mit den Augen.
Aber hier liegt mir die Nützlichkeit für meinen Haushalt meist im Wege. So schöne Dinge gibt es auf meinen Reisen, aber stehen sie dann nicht zu Hause nur herum???

Mein Muttchen hat auch dieses Armband mit emaillierten Anhängern  für mich zusammengetragen. Gibt es diese kleinen Wappen eigentlich noch???
Noch älter und gekauft ist dieses Bettelarmband aus Silberanhängern.

Da wird doch jeder Charms-Sammler neidisch, oder?

In meiner beruflichen Passion stehe ich ja etwas verwirrt vor diesem Phänomen der Charms und des Sammelschmucks.
Vor ein paar Jahren tauchten plötzlich auf der Inhorgenta riesige Stände mit diesen Armbändern auf.
Eine pfiffige Idee: Kleine mehr oder weniger günstige Einzelteile zu verkaufen, die aber erst schick aussehen, wenn es viele zusammen sind. Das spricht den Jäger und Sammler im Menschen an. Und Jeder in der Umgebung kann endlich was schenken ohne eine völligen Fehlgriff zu machen.
Nichts Neues, wie man an meinen beiden Stücken sieht. Aber warum dieser durchschlagende Erfolg?
Dieser Schmuck trifft zusätzlich einen Kern in uns, der sich in den schwierigen und unsicheren Zeiten begründet. Um uns vor diesen bedrohlichen Zuständen zu schützen, brauchen wir unsere ganz persönlichen Talismane.
Und wenn uns diese auch noch an glückliche Augenblicke oder liebe Menschen erinnern, ist es um so besser.
Jeder hat seine eigene Methode sich seine Erinnerung zu bewahren.
Ich bin gespannt was bei Nic heute so Alles gezeigt wird!

Kommentare:

  1. Ich finde auch immer die selbstgesammelten Dinge am schönsten, denn kaufen geht so schnell. Gesammeltes kann man irgendwie besser wertschätzen, weil`s "Arbeit" macht (aber ansich fast keinen "WERT" hat). Is schon komisch...
    Viele Grüße
    Daniela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi!
      Ich denke, es liegt auch an dem "selber".
      "Selber gekauft" ist immer irgendwie unpersönlich. Hat nicht so viel mit mir zu tun.
      Wenn ich etwas machen muß, um es zu erhalten, schaffe ich eine Art Ritual, also ein eindrückliches Erlebnis.

      Löschen
  2. Herrlich, diese kleinen Wappen hatte ich als Kind auch, wobei ich gestehen muss, dass ich gar nicht mehr weiß, wo die wohl hingekommen sind...vielleicht mal meine Mama! fragen!

    Lieben Gruß vom KleinenLieschen ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi!
      wir hatten zu Hause sogar solche Mini-Wappen-Löffel. Aber diese waren wohl "heiliger", die durfte ich nur selten anfassen...
      Cynthia

      Löschen
  3. So ein Wappen-Armband habe ich auch! Und auch heute gepostet ;o).
    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallound Geburtstagsnachtragglückwünsche!
      Was für eine lustige Dopplung!
      LG Cynthia

      Löschen

Vielen Dank, das du dir die Zeit nimmst einen Kommentar zu schreiben.
Deine Meinung ist mir wichtig, genau wie Fragen oder Anregungen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...