Donnerstag, 29. März 2012

Ich komme als Blümchen wieder - Kinderkulturprojekt in Bremen

Letztes Wochenende in Bremen bin ich über eine Ausstellung im Rathaus gestolpert.
Zuerst nur vom Titel fasziniert, wurde der Sog der Arbeiten immer größer, bis mich mit Handy Erinnerungsfotos machend wider fand.


Und nachdem der phänomenologische Frühling hier im Norden noch auf den großen Durchbruch wartet, nutze ich dieses Bild auch noch zum Aufhänger für Luzia Pimpinellas "Beauty is where you find it", heute das Thema "Grün"
Und auch wenn die Fotos nicht die schönsten sind, liegt mir das Thema genug am Herzen, um Euch so her zu locken:
Denn dieser Drache aus Kinderhand ist eine Urne.

Urnen

500 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren plus eine Seniorengruppe haben sich in unterschiedlichen künstlerischen Sparten und Projekten mit dem Tod, mit dem Leben mit und nach dem Tod und mit dem Abschied beschäftigt.
Ein Thema mit einem großen gesellschaftlichen Tabu! - Verständlich,  ist es doch sehr schmerzlich vom Leben zu lassen, jemanden zu verlieren.
Aber die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod nimmt viele der Gedanken, die einem im Angesicht des Sterbens in den Sinn kommen und dann übermächtig sind, vorweg.

 Unten sind durch kleinen Gucklöcher Paradiesblicke zu erhaschen.

Man kann dem Tod seinen Schrecken nehmen, ihn sogar zum Hampelmann machen, oder wie die Südamerikaner ihn in Form von Süßspeisen vernaschen.


So sind traditionell auch Totenköpfe zu sehen, als Tattoo oder anderen Abbildungen. Es funktioniert wie ein Amulett: Wenn ich den Tod schon bei mir habe, muß er nicht mehr zu mir kommen. Seefahrer haben sich zB so geschützt.

Dem "coolem Tod" eine Botschaft oder Frage schicken

Das soll keine Respektlosigkeit gegenüber dem Schmerz sein. Im Gegenteil: hat man sich ein Bild, eine Vorstellung vom Sterben gemacht, hat man mehr Raum für das wirklich wichtige Gefühl. Platz zum Trauern und Verabschieden.
Aber auch hier helfen Rituale und Gegenstände, die unsere Gefühle fokussieren, ihnen Zeit und Raum geben.

Sich eine Totem schaffen, der einem zur Seite steht

Bildunterschrift hinzufügen

Dinge, die man verpasst hat nachholen

Jedem Gebet ein sichtbares Zeichen geben

Den eigene Grabstein schaffen - im positiven Sinne



Dem Engel eines geliebten Haustieres eine Form geben.

Traumfänger zur Kontaktaufnahme


Das Leben geht weiter - für die, die hier bleiben auf jeden Fall. Und das Leben hat ebenfalls seine Platz in diesem Wechselspiel von kommen und gehen.
Für mich ist es eine Erleichterung mich in guten Stunden mit dem Tod zu beschäftigen. Und diese Projekte haben mit viele Anregungen gegeben, was ich noch alles tun kann.

Und manchmal scheint einem das Leben Zeichen zu geben, so wie auf diesem Bild, wo das Sonnenlicht die Modelle von Särgen symbolisch untermalte.


Die Ausstellung mit noch viel mehr tollen Arbeiten ist noch bis zum 29. März 2012 in der unteren Rathaushalle und im Bibelgarten am St. Petri Dom in Bremen zu sehen.  Zum Link zum Projekt hier Klicken

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